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miercuri, 13 octombrie 2010

Florin Caragiu: "Du auch" (Übersetzung: Anni Lorei Mainka)













Wir begegnen uns nicht nach Gesetzen, die von der Sonne
ausgemergelten Pferde lassen uns Schweben über der Stadt.

Auch du Gras, auch du Berg, verletzt zu früh
von jenem an der Spitze vergifteten Blick,
ihr spühlt unsere Worte: die Kindheit hat dich an den Haaren gepackt,
damit du die Vögel siehst mit dem Schnabel im Wind
und von Dunkelheit zerfressene Flügel.

Das Herz auf Hochtouren erweitert deine Venen und
schüttet das Echo des erst verstorbenen Freundes
in die Alveolen aus.

Du deckst mich mit der Haut zu, in der ich zur Welt kam.
Du weisst wie,
da du den Engel gesehen und ihn nicht verraten hast.

Der Hund, der uns hinterher lief hat jaulte
und blieb stehen. Die Felsen vom Winde durchlöchert
lassen uns durchsickern…
Wie es ein Kettchen durchs Kreuz tut.

(Aus dem Band "Sentic", Vinea Verlag, 2010, S. 14. Übersetzung aus dem Rumänischen: Anni Lorei Mainka)

vineri, 14 mai 2010

Florin Caragiu: "Rundjahre" (Übersetzung: Anni Lorei Mainka)


















Rundjahre und Brennesselbüsche werden von Tanzschritten gebrochen
sie sammeln uns rund um die Resonanzbox eines Bildes.

Wir werden sehr bald das gleiche Alter haben.
Rasch werden unsere Häuser schrumpfen, um in den vaakumlosen Verteiler
der nach einer Freiheitsformel neu umgebauten Innenräumen zu passen,
die die Worte einander reibt, bis sie an unserer rohen Liebe einen Zünder finden.

Nichts Vergleichbares mit jenem Vertrauen, das aus einem Gesicht dich erreicht,
das dir das Blut in mehreren Wasser spült – einen Abend und einen Morgen lang.

Du siehst, wie das Essen aus dem Gleichgewicht fällt und in dem hungrigen Munde strahlt, wobei du zu Boden fällst und Spuren verwischst mit geliehener Brust.

Wir haben nur so viel Zeit uns anzuschauen,
wenn die Sonne um den Ton am Ende des Kehlkopfs kreist
ohne Angst vor einer unerreichbaren Liebesseuche.

So lange dein Schlaf die Delphine in der Luft hält, kannst du die Seele einkleiden
auf jener vom Leid geküssten Seite,
die Atemnot lehrt mich, dich nicht aus den Augen zu verlieren.

Dein Namen ist ein in mir verstecktes Auge, wenn ich
bei jedem Aufwachen von einem weichen Licht
den Tieren vorgeworfen werde.


(Aus dem Band "Sentic", Vinea Verlag, 2010, S. 10. Übersetzung aus dem Rumänischen: Anni Lorei Mainka)

joi, 29 aprilie 2010

Florin Caragiu: "Eine Minute Lang" (Übersetzung: Anni Lorei Mainka)














Du hast das Geschirr abgelegt und hast nach Heilung gefragt,
die untergehende Sonne jedoch frißt sich den Weg von innen
dort wo du dein Wissen versteckst. Dein Weinen ist kein Aufstand.
Deine Knochen wurden gezählt bevor du es geschluckt hast, das Gedicht.

Aus Seelen rausgekrochen siehst du Körper wie aus Kanalröhren
und kannst die Ferne nicht schätzen bis zu jenem Auto
das den neuen Anzug mit der halben Pfütze besprenkelt
die Straße hat sich in Kampfszenen selber zerstückelt
als die Hiebe dich erreichten und eine Minute lang
haben sie die Flecken von der Jacke verwischt.

Du läßt hinter Holzstappeln fern die Fehler
derer mit erhobenem Zeigefinger.

Gott dreht sein Gesicht
damit du ihn bewegen kannst den Teil
der sich um die nächtliche Vision gesammelt.

Du ziehst mich ins Licht,
der Tod hängt jedoch raus aus dem Körper
und mit einem dumpfen Lärm bringt er die Taschen
derer die vom Markt schon zurückkehren
zum Zittern.


(Aus dem Band "Sentic" (Vinea Verlag, 2010, S. 13. Übersetzung aus dem Rumänischen: Anni Lorei Mainka)

marți, 27 aprilie 2010

Florin Caragiu: "Infusionen" (Übersetzung: Anni Lorei Mainka )


Im Photo:
Anni-Lorei Mainka







wie auch immer es erscheinen würde
viele erwarten von dir eine Segnung

das Antlitz verrät die Schmerzabhängigkeit
die dich an ihr Gehäuse fesselt–
Zeichen du hast Blutgruppe 0

du kannst es versuchen
das Gegenteil zu beweisen
sinnlos
deine Hölle selbst träumt davon
und nimmt die Form des Kreuzes an
Raum schaffend
um dich deiner Mutter entsorgen zu können

immer mehr Menschen wollen deine Seele testen
und piechsen sich deine Wort direkt die Adern
wie man es mit Bluttransfusionsnadeln
tut



(Aus dem Band "Sentic" (Vinea Verlag, 2010, S. 12. Übersetzung aus dem Rumänischen: Anni Lorei Mainka)

sâmbătă, 24 aprilie 2010

Florin Caragiu: "(die Stunde) dreieinhalb" (Übersetzung: Anni Lorei Mainka)


Im Photo:
Anni-Lorei Mainka















Es ist kalt und der Morgen naht. Ich kämpfe nicht mit dem Bösen,
zu abgehärtet bin ich durch die Traurigkeit der abgehackten Pfirsichbäume.
Die Ruhe mit der ich die schwimmenden Zweige betrachte, vergisst sich in der Angst deines unverhofften Kommens. Bin bereit zu kämpfen vor dem Einschlafen,
jedoch bis zu mir dringt keine Provokation durch.
Ich kämpfe für dich, für den Ruß ausgegeben mit Geiz.

Ich ziehe mich zurück, wenn der Sieg mich um den Verstand bringt.
Dann merke ich wieviel ich in einem Atemzug verlor und verstehe,
dass Dinge meinen Gedanken ans Licht bringen. Wasser erinnert sich an das ewige Drehen und an das Vakuum nach deinem schnellen Gehen. Ich trinke es mit dem Durst, mit dem ich an Worte anecke, wenn die Stütze sich entzieht
und dein Bild ich im Garten versenke, für später, wenn das Abwerfen sie nicht mehr bedroht. Ich ziehe mich langsam an, die Wärme der Blusen bewahrend. Du hörst mich
nicht, verhältst dich jedoch, als ob du einen Wink von nahher bekämst, und jetzt sind wir hunderte Kilometer entfernt, jedoch ist es gut Raum zu haben, wenn du liebst. Die Zahl entwirft nur die Stärke des Schlags an die Leitplanke,
wenn der Körper zur Hälfte in der Erde liegt
und nur das Lied, das er freigibt, dich am Leben hält.


(Aus dem Band "Sentic" (Vinea Verlag, 2010, S. 9. Übersetzung aus dem Rumänischen: Anni Lorei Mainka)

Florin Caragiu: "nahfern" (Übersetzung: Anni Lorei Mainka )

Du liebst es, ohne mein Fühlen ins Zimmer zu schreiten,
so wie ich meine Vergangenheit nicht spüre
beim Durchdringen einer Papierwand
auf der alte Familienfehden ein Maler
retouschiert hat.

Hefte und Aufzeichnungen füllen den Ofen.
Über Gesetzesaufhebungen wird in den Zeitungen nicht mehr zu lesen sein,
weil die Nacht in der wir Blumen streuen am Meeresufer
den Sand auflodern lassen wird sich nicht wiederholen.

Über die Arythmie der Liebe sagt das was aus,
die du nicht verleugnest, wenn du auch das Ziel
geplanter Belagerungen, dessen Bedeutung sich ändert
unweigerlich immer immer wieder mit jedem verlassenen Haus.

Jedoch will ich dich nahfern,
dich von meinen Fehlern befreiend, lasse mich sehen.
Doch die einmalige Nacht verlässt den Flur nicht,
durch den du läufst aus der Menschenmenge am helllichten Tag
an einen Ort von wo du sie betrachten kannst alle.

(Aus dem Band "Sentic" (Vinea Verlag, 2010, S. 8. Übersetzung aus dem Rumänischen: Anni Lorei Mainka)